Die Ankunft der Schwarzen Hand ist der Auftakt für ein weltweites Abenteuer, welches eine Gemeinschaft an Männern und Frauen ihrer angestammten Heimat entreißt und sie durch das späte 11. Jahrhundert schickt. Auf diesen Wegen treffen jene Wagemutigen bald Menschen verschiedenster Abstammung, die in fernen Zivilisationen in ganz Eurasien zu Hause sind. Nicht jeder Fremde aber wird sogleich zu einem Freund, denn Neid, Habgier und zuweilen blanker Hass schwelen allgegenwärtig in allen Bereichen der feudalen Gesellschaft. Schließlich aber, vor der Wende in die neue Zeit, gibt es keinen Raum mehr für Ungerechtigkeit oder Habgier Einzelner. Der Kontinent muss eins werden und ohne Zwist zusammenstehen, soll der Menschheits Abenteuer in eine neue Ära führen.
Wer sind nun jene Charaktere, die da bewusst und unbewusst auf die Reise gehen?
Aan, Freund und Träumer

Aan ist ein kleiner, leicht schüchterner Junggeselle Anfang der 20er. Zusammen mit seinem Vater und weiteren Verwandten wohnt er neben den Kohlemeilern im kleinen Siedlungswald. Die gelegentliche Tristesse des ländlichen Lebens, die hier nahe der Berge in Northrumbia immer wieder mal entsteht, versucht er durch geistig-kreative Entfaltung zu durchbrechen. Von körperlicher Anstrengung nicht gerade begeistert, hält er auch tägliche Auseinandersetzung für Zeitverschwendung. Ob es dabei um persönlichen Besitz oder (Familien-)Ehre geht – gibt es denn keine andere Möglichkeit als Waffen oder feiste Fäuste? Gelegentlicher Gelassenheit zum Trotz versteht es Aan durchaus, dann auch mal aufzublühen. Ein unstillbarer Wissensdurst ist dann die Grundlage für ein entschiedenes Handeln – mit neuen Möglichkeiten … und ungewissem Ausgang.
Batuhan Uçar, Reiter der Oghusen

Nicht wenige Ereignisse in der Geschichte des Orients wurden durch gewalttätige Entscheidungen herbeigeführt. Davon künden unzählige Überlieferungen, und davon weiß – anders als seine beiden Brüder – der kräftige Batuhan aus erster Hand zu berichten. Er hat es am eigenen Leib gespürt, den Widerspruch aus Angst und Mut zu Beginn einer Schlacht sowie das rastlose Wüten allein um des Überlebens willen. Stets war er an vorderster Front eingesetzt, zu Pferde, mit Pfeil und Bogen und während des Ansturms auf so viele Mauern. Nahe der Festung Mantzikert im Jahre 1071 n. Chr. erreichte sein Leben als Soldat einen vorläufigen, rauschartigen Höhepunkt. Nichts kann verheißungsvoller als die Güte Allahs sein, lautet denn die Erkenntnis aus dieser Begegnung. Als hoher Offizier in der Armee von Sultan Malik-shah I. ist Batuhan inzwischen zwar mit der Truppenplanung und Erprobung neuer Taktiken vertraut – würde es aber kaum ablehnen wollen, sein Streitroß eines Tages wieder in die Schlacht zu führen, wenn die Zeit ihn dazu ruft …
Cho-Han, Handwerker des Ostens

Gemäß bestimmter koreanischer Kondizes ist es vonnöten, dass Körper und Geist eins sein müssen, damit der Mensch nach seinen höchsten Künsten greifen kann. Cho-Han Sung hatte diesen und andere Grundsätze einst im Rahmen mehrjähriger Studien verinnerlicht. Sein Leben als Entdecker begann schon in frühen Kindesjahren. Später unterwegs auf der Walz, um die Welt und seine Bewohner kennenzulernen, trieben die Launen der Natur ihn weitab von seinem Pfad. Sprichwörtlich um sein Leben gekämpft, fand er schließlich Rettung an der westlichen Küste der Insel Honshū. Nach seiner Genesung wieder im Besitz der alten Kräfte, bringt er sich seitdem in den Alltag des dörflichen Lebens ein. Ob fachlich versierte Arbeiten jeder Art, alle nur denkbaren Lieferungen oder einfach nur menschlich-seelischer Beistand – es gibt wohl kaum eine Herausforderung auf dieser Welt, die Cho-Han schulterzuckend ignorieren würde.
Dalu at-Batoor, Zwiegestalt

Es heißt, die Sandkörner in den Wüsten Afrikas würden mehr Geheimnisse bewahren als es Sterne in unserem Universum gibt. Einer, der dies bezeugen könnte, ist der älteste Sohn aus der Familiendynastie der at-Batoor. Dalu ist sein Name – und als Sammler mit dem so zielsicheren wie einnehmenden Blick weithin bekannt. Diesem Talent im größeren Maßstab nachzugehen, war ihm eigentlich vorherbestimmt. Das Leben allerdings schreibt dann immer mal seine eigenen Geschichten. Nicht ganz harmlose Umstände haben also Dalu und seine Wegbegleiter dazu gezwungen, ihre Stammesbrüder in den kargen Landstrichen des zentralen Afrikas zurückzulassen. Schließlich geriet er zwischen die Fronten verschiedener konfliktführender Parteien, als lokale Unruhen bis in den Norden des Kontinents eskalierten. Seit einigen Monaten dazu verurteilt, mit Anfang Dreißig wohl für immer Zwangsarbeit zu leisten, hat er schon alle Hoffnung auf ein selbstbestimmtes Leben aufgegeben – als umwälzende Ereignisse an der Küste zum Mittelmeer ihm neue Möglichkeiten bieten …
Enar Thoralfsson, Bruder des Donar

An jeder Vollmondnacht hallt ein Ur-Schrei durch das Land der Fjorde und nordischen Lichter. Es ist Enar, ein Hüne wie ihn nur die Götter geschaffen haben können, der bitter das Unheil über Skandinavien beklagt. Als Wortführer im Stammesrat kümmert er sich um die Angelegenheiten seiner Brüder und Schwestern, die im küstennahen Hjelmeland zu Hause sind. Das in ihn gesetzte Vertrauen ist über alle Maßen fundiert, auch wenn er oftmals nur das Nötigste zu sagen wünscht oder sein kantiger Humor nicht von jedermann verstanden wird. Die Sehnsucht nach einer eigenen Familie oder gar ein ausschweifendes Leben als gesetzter Junggeselle sind seine Sache eher nicht. Zu sehr zeigt er sich denn besorgt darüber, was das Wesen der Wikinger betrifft, und sieht sich um so stärker in der Pflicht, die Stämme Skandinaviens für die neue Zeit zu rüsten.
Genet, der Suchende

Bevor Genet sein künftiges Leben ausschließlich der großen Suche widmete, sollte er noch einen letzten Rat seitens seiner Familie mitbekommen. „Umngane nobaba – woza ekhaya maduze!” / „Freund und Vater – komm schnell wieder heim!” So hallte es liebevoll aus der Abenddämmerung, bevor das Heimatdorf endgültig außer Sicht gelangt war. Vor mehr als 20 Jahren ist dies inzwischen geschehen. Genets jahrelange Reise durch und um das derweil aufstrebende Königreich Mapungubwe, das den gesamten Süden von Afrika verschiedentlich zu prägen gedenkt, war bislang von nur geringem Erfolg gekrönt. Die bis dato angefallenen Strapazen haben sein Haar ergrauen lassen, seinen Willen aber niemals erlöschen können. Nun scheint eine so seltsame wie einmalige Gelegenheit gekommen, der durchaus bahnbrechenden Suche neuen Schwung zu verleihen – und im Norden der Welt entscheidende Fortschritte zu erzielen …
Ikem, Brecher der Wellen

Das Byzantinische Reich ist schon seit dem Altertum für seine große Völkervielfalt bekannt. Die daraus resultierende, vergleichsweise sehr hohe Akzeptanz verschiedenster Kulturen hat es Ikem ermöglicht, ein selbstbestimmtes Leben aufzubauen. Waren seine Vorfahren zunächst noch Sklaven, gelangen ihm und seiner Familie schließlich doch die Wende. Inzwischen Anfang 40, hat er fast die Hälfte seiner Lebenszeit zur See verbracht. Durch seinen Einsatz bei der Byzantinischen Marine kennt er wie kein Zweiter das Mittelmeer. Ob geheime Passagen entlang der Küsten, die besten Orte für eine entspannende Reise oder der ideale Aussichtspunkt auf Mond oder Sonnenuntergang – alles da, wenn mal jemand danach fragen sollte. So sehr Ikem mit dem Meer verbunden ist, gibt es für ihn auch noch größere Schätze hier auf dieser Welt. Jede freie Minute mit seinen beiden Töchtern verbringen zu können, ist für ihn nicht nur ein Geschenk, sondern alltägliche Pflicht & Ehre.
Jannic, der lazy Guy

Es gibt so einige junge Mannen in Bavaregk auf der Ebene, die sich durch eine natürlich-kräftige Statur auszeichnen. Jannic, dem die Zufriedenheit förmlich aus den blau-grauen Augen strahlt, ist einer dieser Mitbewohner. Aufgrund seiner Gelassenheit, die sich wunderbar mit derber Kraft ergänzt, ist es ihm gegönnt, sehr gut nach eigenen Ermessen leben zu können, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen. Handwerkliche Talente sind zwar möglicherweise vorhanden, aber alles hat doch so seine Zeit und muss nicht immer sofort erledigt werden. Gelegentlich, auch ohne gutes Zureden seiner Stammesbrüder, leistet er aber dennoch einen Beitrag und lässt für Bavaregk auch mal die Muskeln spielen. Das eigene Haus zu richten oder für seine sechsköpfige Familie da zu sein, ist ihm aber allgemein schon anstrengend genug. Die gelegentlichen Eskapaden unter Bier- und Meteinfluss versteht Jannic – von seinen Freunden verschiedentlich geheißen – so auch als wahrlich verdient.
Omar-ibn-Hafiz al-Qāhir, Diplomat in allen Ehren

Einst mit seiner Sippe durch die arabische Halbinsel ziehend, gelangte Omar-ibn-Hafiz nach einigen Jahren in die historisch bedeutsame Metropolregion Kairo. Hier, am derzeitigen Amtssitz des Fatimiden-Kalifats, sollte sein bislang beflissen-gütiges Leben eine Wende erfahren. Als ein Besitzloser ohne jede Beziehung zu adeligen Würdenträgern zunächst mit großer Skepsis betrachtet, gelang es ihm auf interessanten Wegen dennoch, in den komplexen Hierarchien des sarazenischen Herrschaftsgeflechtes Einstand zu nehmen. Sein nicht nur durch das Leben in der Wüste geprägter Instinkt trug entscheidend zur Entfaltung seines politischen Talentes bei, was schließlich zur Vermählung und einer neuen Verantwortung führte. Ausgestattet nun mit den Privilegien eines Emirs, verantwortet er einen Distrikt in der Grenzregion nach Palästina, und widmet sich eines Tages sonderbaren Neuigkeiten, die da zu Beginn eines unbeschwerten Frühlings in das Land einziehen.
Ramond, Sohn der Böhmen

Recht groß gewachsen und behände im Umgang mit dem Schwert, um kein Risiko verlegen und nach einem Leben voller Tugenden bestrebt. So erscheint Ramond als das fast perfekte Abbild von ritterlicher Gestalt. Er ist der zweitgeborene Sohn eines Landesherren von mittlerem Stand, der im erst vor wenigen Jahren begründeten Königreich Böhmen Verantwortung trägt. Über jene Abstammung hinaus fühlt er sich somit herausgefordert, seinen Mitmenschen durch Engagement und Tatendrang ein Beispiel zu sein. Diese neuen, im gesamten Abendland aufkommenden Ideale waren denn auch ein hilfreicher Wegweiser durch alle Prüfungen, die ihn bisher durch das halbe süd-östliche Europa geführt haben. Und obwohl sein Ansinnen sich zuweilen lobenswert bewährt hat, stehen Handeln und Haltung seinerseits manchmal in Konflikt mit purem Egoismus: Ramond ist es gewohnt zu bekommen, was er haben will. Er kann Niederlagen nur mürrisch akzeptieren und verweigert sich manchmal selbst dann noch – wenn es ohnehin schon offensichtlich ist – dem Moment der Einsicht und Erkenntnis.
Uther, der Gefallene

In der Küstenregion der Normandie lebten einst die Vorfahren von Uther Pendragon. Dessen Vater siedelte später mit den ersten normannischen Adeligen nach Großbritannien über, und fand in einer Frau aus den Reihen der letzten freien Sachsen die Gefährtin seines Lebens. Uther ist denn eines von deren Nachkommen. Im Zuge der späteren fränkischen Machtergreifung gelangte er während seiner mitunter rebellischen Jugendjahre an den Hof von London, und wurde vertraut mit den Prinzipien des ritterlichen Seins. Anfangs noch im Dienste des neuen britisch-christlichen Adels, ist er später in Ungnade gefallen; der daraus resultierende Verlust des familiären Ansehens ruinierte weithin seine Zukunft. Seitdem zieht Uther wohl allein durch ein ihm teils fremd auftretendes Land. Dank so manch Talents seinerseits, das sich vor allem in der Auffassung fremder Kulturen niederschlägt, bleibt er zumindest den alltäglichen Abenteuern gewachsen. Seine Suche, die wohl mehrere Absichten verfolgt, verbleibt indes auch weiterhin ohne konkrete Fortschritte zurück.
Wang Nei-Tan, Gelehrter des Himmels

Wenn jemand einen Rat über die Welt und das Leben an sich benötigt oder einfach nur ein nettes Gespräch von Mensch zu Mensch haben mag, dann soll er den Gelehrten Wang Nei-Tan aufsuchen. Der um viele Jahrzehnte erfahrene Chinese mit familiären Bindungen zur Südlichen Dynastie lehrt am Hof des Sohns des Himmels, und steht allen Wissbegierigen Rede und Antwort parat. Einst seine großen Förderer, die Kaiserlichen Gelehrten begleitend, hat Wang schon in jungen Jahren die Wissenschaft für sich entdeckt. Nach den ersten Jahren des Studiums in allen Gegenden des chinesischen Reiches, verschrieb er sich später vollends der Gesellschaftskunde. Bei seiner derzeitigen Anstellung sind sowohl fundiertes Wissen und theoretische Vorbereitung als auch praktisches Geschick verlangt. Seine Errungenschaften jedenfalls sind bisher ohne Beispiel eindrucksvoll und könnten als nächstes auch jenseits seiner Heimat für Aufsehen sorgen – wenn es denn gelingt, weitere Erfindungen zu vollenden, die der Menschheit neue Möglichkeiten bieten.

Die Männer der Tat / Gemeinsam für Eurasien!
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