Die Ankunft der Schwarzen Hand ist der Auftakt für ein weltweites Abenteuer, welches eine Gemeinschaft an Männern und Frauen ihrer angestammten Heimat entreißt und sie durch das späte 11. Jahrhundert schickt. Auf diesen Wegen treffen jene Wagemutigen bald Menschen verschiedenster Abstammung, die in fernen Zivilisationen in ganz Eurasien zu Hause sind. Nicht jeder Fremde aber wird sogleich zu einem Freund, denn Neid, Habgier und zuweilen blanker Hass schwelen allgegenwärtig in allen Bereichen der feudalen Gesellschaft. Schließlich aber, vor der Wende in die neue Zeit, gibt es keinen Raum mehr für Ungerechtigkeit oder Habgier Einzelner. Der Kontinent muss eins werden und ohne Zwist zusammenstehen, soll der Menschheit Abenteuer in eine neue Ära führen.

Wer sind nun jene Charaktere, die da bewusst und unbewusst auf die Reise gehen?


Freydis, gesegnet von Handwerk und Natur

Freydis kam einst als Kriegsflüchtling hinauf nach Bavaregk. Ausgelöst durch den fränkischen Sturm auf Großbritannien, wurde ihre einst recht weitläufige Familie in alle Himmelsrichtungen auseinandergejagt. Die daraus eskalierenden Strapazen haben sie verständlicherweise geprägt. Sich von den Erinnerungen an früher besiegen lassen, das soll der jungen Frau mit dem blonden Schopf also keinesfalls passieren. Das zeigt sie denn auch im unermüdlichen, fast täglichen Einsatz in den offenen Koch-und Backhütten des Dorfes. Nur bei der Aufsicht ihrer Brüder scheint Freydis dann auch mal auf Hilfe angewiesen zu sein, die sie durch Rückhalt bei ihren Freunden findet – obschon sie dies gar nicht nötig zu haben scheint. Es wird gesagt, sie würde über besondere Kräfte verfügen, könne in den Menschen Einblick nehmen und stünde in besonderer Verbindung mit der sie umgebenden Natur.


Hester, Gesandte aus dem Osten

Jeder Mensch, so sagt es der gemeine Volksmund, hat so seine Sorgen. Diese sollte man zu lösen versuchen oder sich mit ihnen arrangieren. Wer nun dafür eine Schulter nötig hat, kann sich bei Hester sicher sein. Denn Hester, erfahren mit dem Auf und Ab des mittelalterlichen Lebens sowohl in diesen Breiten als auch fern in den Karpaten, hat halb Ravenau auf die Welt gebracht – sie ist quasi eine der Wächterinnen über Wohl und Wehen der Bewohner. Als Hebamme kennt sie Hinz und Kunz und weiß um deren Vergangenheit. Sie hat erlebt, wie nörgelnde Tunichtgute zu gestandenen Erwachsenen reiften, und wie schweres Schicksal manch Familie in bittere Verzweiflung stürzte. Hester ist dabei die Erste, die von Neuigkeiten im überregionalen Kontext Kenntnis nimmt, und diese zum Wohl ihrer langjährigen Gemeinschaft bestmöglich einzusetzen versucht.


Kajol Nay-Chi, Jägerin

In den schier undurchsichtigen Weiten des ostasiatischen Regenwaldes lauern zahlreiche Herausforderungen, zu denen auch die Bengalischen Tiger gehören. Diese hehren Katzen zu jagen ist die eine Sache, sie aber zu bändigen oder ihren Respekt zu gewinnen – das verstehen nur die echten Meister. Und zu denen kann sich Kajol aus dem Hause Auung-Ko bei aller Bescheidenheit zählen. Als Frau von gewissen Kreisen oder im weiteren Umfeld kaum wirklich ernst genommen, hat sie ihre familiär vorgeprägten Talente im Stillen zur Perfektion gebracht. Ihr Tatendrang, der freilich auch mal gediegen verläuft, bescherte ihr schließlich einen Ruf für Verlässlichkeit Effizienz. Dank ihres durchtrainierten Leibes ist sie durchaus in der Lage, Schmerz und Anstrengung ohne Weiteres zu ertragen. Seit einigen Jahren schon in den äußersten Regionen des noch jungen Königreiches Bagan anzutreffen, ist Kajol Nay-Chi allerdings nicht nur nach Abenteuern unterwegs – sondern sucht gleichfalls nach der Vergangenheit ihrer Shan-Vorfahren, die vor einigen Hundert Jahren hier sesshaft wurden.


Lohara, Organisationstalent

Im Land der fünf Flüsse, nicht weit entfernt von den Ausläufern des Himalaya, sollen besondere Lebensumstände möglich sein, die andernorts nur zu Leid oder Unruhe führen würden. Demnach arrangieren sich in diesen verschlungenen Weiten – trotz mancher Differenzen – Buddhisten, hinduistische Gläubige sowie muslimische Einwanderer, welche einst nicht nur unter friedlichen Absichten in das Land gekommen waren. Lohara, inzwischen in ihren besten Jahren angekommen, lebt in diesen Landen. Als Mutter von drei Kindern, denen manch Schicksalsschlag widerfuhr, weiß sie bestens das Leben und seine diffizilen Prüfungen zu meistern. Seit einiger Zeit ist sie eine der Vorsteher einer lokalen Zunft, die vielseitige Tätigkeiten für eine überregionale Handelsorganisation beisteuert. Bei diesem für alle anspruchsvollen Alltag ist es den meisten Bewohnern kaum möglich, einen Blick auf die Welt jenseits des Punjab zu richten, bis denn eines Tages eine Gruppe Fremder Loharas Heimatort erreicht – und ein Anliegen vorzutragen gedenkt, das nicht nur ihre Interessen berührt …


Marah, Schild der Sachsen

Vor mehr als zwanzig Jahren kam eine Gruppe Händler aus Schottland daher. Auf ihrem Weg nach Süden sowie neuen Möglichkeiten gelangten sie nach Bavaregk, wo sie ein Neugeborenes, ein Mündel ohne Schutz und Habe, in Obhut gaben. Marah ist ihr Name. Die inzwischen erwachsene junge Frau wurde durch manch enttäuschende Erfahrung genötigt, sich in der örtlich zwar partnerschaftlichen, im weiteren Umfeld aber auch mal ungehobelten Stammesordnung zu behaupten. Dabei sah sie sich mit vielseitigen Herausforderungen konfrontiert, die – als nichts Anderes weiter half – nur noch handgreiflich zu befrieden waren. Trotz ihres Willens, für das sächsische Volk da zu sein, wird sie dabei noch immer stark ausgebremst. Die dörfliche Gemeinschaft nahe der Cheviot Hills hat bei weitem nicht die nötigen Ressourcen für alle Vorhaben oder Möglichkeiten. Marah steht wohl kurz davor, engagierter zur Tat zu schreiten – und erhält hierfür, welch Überraschung, eine wertvolle Unterstützung …


Nivalynn, Hüterin des alten Weges

Vor einigen Monaten, an einem tiefen Wintertag, trat jemand vor die Tore der Stadt York, und bat um Asyl auf unbestimmte Zeit. Diese Frau, die sich selber Nivalynn nennt, hat vorgeblich einen weiten Weg zurückgelegt. Aus Gründen, die zunächst noch unklar bleiben, wähnt sie sich hier am Ouse River vorerst in Sicherheit. Weitergehende Einzelheiten über ihre Herkunft oder familiäre Beziehungen sind bisher nicht bekannt geworden. Allein ihre augenscheinliche Gewandung erlaubt Spekulationen ob ihrer Verbundenheit zu den Kindern von Avalon. Die freundschaftliche Bande, die sie rasch zu den Bewohnern der Stadt zu knüpfen verstand, macht sie allerdings erhaben über jeglichen Verdacht, kriminell oder in dunkle Machenschaften verstrickt zu sein. Wesentlich interessanter als Nivalynns vermeintliche Herkunft scheinen derweil jene Erkenntnisse zu sein, die sie über die jüngsten Vorkommnisse an der Grenze zu Schottland zu besitzen scheint.


Penelope, Gesegnete des Herrn

Penelope Herodias, so ihr vollständiger Name, ist nahe der Ortschaft Delphi zu Hause. Sie und die übrigen Frauen ihres Umfeldes sind Angehörige einer orthodoxen Glaubensgemeinschaft. “Neun Schwestern” nennt sich dieser Orden, der seit mehreren Hundert Jahren schon unter dem Schutz der byzantinischen Kaiser steht. Penelope selbst ist in das Kloster erst mit der Vollendung ihres 30. Lebensjahres eingetreten; über ihr vorhergehendes und womöglich nicht so ganz sorgenfreies Dasein ist indes nichts bekannt geworden. Mutmaßungen über explosive Umstände gibt es zahlreich, bestandskräftige Berichte hingegen kaum. Letzten Endes verraten weder ihre funkelnd blauen Augen nähere Einzelheiten, noch haben die übrigen Ordensschwestern sie einmal darüber ausgefragt. Das geschieht sicher aus gutem Grund. Denn Verschwiegenheit ist eine von mehreren Tugenden, die von allen Gläubigen abverlangt werden – wenn sie künftig ihren Alltag im Kreise einer religiösen Gemeinschaft verbringen wollen.


Samira, Freundin aller Reisenden

Im Süden der Alpidischen Gebirge, nicht fern der Küste sowie der Insel Gheschm, erhebt sich bei Nacht ein Lichtermeer. Es handelt sich um eine Sammlung unterschiedlichster Gebäude, die aus der Ebene heraus langsam einen Bergkamm erklimmen. Hier überdauert eine kleine Oase seit jeher alle Zeit. Die Ursprünge der sogenannten Lichterstadt reichen angeblich zurück bis in das alte Persien. Genaueres darüber weiß unter anderem Samira, eine Zwanzigerin mit einem geradezu vereinnahmend sanften Blick, der die Natur erstrahlen lassen soll. Seit geraumer Zeit als Fremdenführerin und “Hand-für-alles” auf den Beinen, ist sie bestens über die neuesten Entwicklungen informiert. Dadurch ist ihr auch ein halbwegs zufriedenstellender Verdienst für den Lebensunterhalt ihrer weit verzweigten Familie möglich. Jene Angehörigen leben bislang recht konform nach den religiösen Sitten ihrer Vorfahren, die eigentlich als unverzichtbar gelten – wäre da nicht die Wende der Zeit (erneut?) nach Samar-NaTah gekommen …


Thouraya el-Amani, Tochter der Wüste

Schon seit der alten Zeit orientieren sich die Menschen an einer klaren Hierarchie, um ihr Überleben und den Alltag, inmitten der teils ungezähmten Natur, erfolgreich organisieren zu können. Derartige Ordnungen haben in den meisten Fällen nur Männer an die Spitze gebracht – inzwischen wohl eine Tradition, der aber Thouraya nur wenig abgewinnen kann. Ihrer Erfahrung nach – und das Leben in der Wüste lehrt davon eine Menge – sind weder Geschlecht noch Abstammung entscheidend für das Ansehen, sondern allein der Charakter sowie das konkrete Handeln eines Menschen. So und nicht anders verhält es sich gemäß der Stammeskultur ihrer Vorfahren, seitdem diese hier im Norden Afrikas praktisch ihre Zelte aufgeschlagen haben. Die bevorstehende Ära der Herausforderungen stellt deren jahrhundertealtes Erbe nun auf die Probe. Als Anführerin von mehr als fünftausend Angehörigen soll es also Thourayas Aufgabe sein, ihren Nomadenstamm in das bevorstehende 12. Jahrhundert zu führen.


Yumi, Herz von Kyoto

Weit abseits von den Burgen und Fürsten des Abendlandes lebt Yumi Takara. Sie ist eine der zahlreichen Bediensteten im Hofstaat um den derzeitigen Tenno und hält sich seit ihrer feierlichen Aufnahme im Palast von Kyoto auf. Die keinesfalls zierlich wirkende junge Frau mit dem schulterlangen Haar sagt von sich selbst, sie sei so einsichtig wie niemand sonst auf dieser Welt. Dennoch ist sie durchaus um keinen klugen Spruch verlegen, wenn sich in ihrem nahe vollständig durchgetakteten Tagesablauf eine Gelegenheit ergibt. Trotz der mitunter strengen gesellschaftlichen Vorgaben ist sie stolz auf ihre Herkunft. Das Land der aufgehenden Sonne vermag durchaus persönliche wie handwerkliche Möglichkeiten zu bieten, die andernorts in jenem Zeitalter undenkbar wären. Yumi ist bislang allerdings kaum Menschen von jenseits dieser Gestade begegnet. Ihre Neugierde richtet sich darum mehr als alles andere auf jene unbekannten Ländereien fernab von Honshu.


Zevi von Semien, Hüterin der Schriften

Im alten Testament wird von zahlreichen Weissagungen über die Zukunft der Menschheit geheißen. Diese zu verstehen, ist eine der wenigen Beschäftigungen von Zevi, um nicht zu sagen … mit die Bedeutendste. Während der Großteil der Bewohner hier im abessinischen Hochland eher in praktischer und handwerklicher Hinsicht ihr Tagewerk vollbringen, gehört sie eher zu einer Minderheit. Diese äußert sich genauer in ihrer Zugehörigkeit zu den Falascha – einem der Zwölf Stämme Israels. Ferner weist die junge Frau starkes Interesse an der Schwertkunst auf, nicht nur aus flüchtigem Interesse an dessen Möglichkeiten. Aller religiösen oder militärischen Verpflichtungen zum Trotz ist Zevis Alltag übrigens von reichlich Abwechslung geprägt. Während der stetigen Reisen an die Ostküste des afrikanischen Kontinents sammelt sie in großem Umfang an wertvollen Ressourcen. Eines Tages nämlich möge eine große Gesandtschaft das Rote Meer nach Jerusalem überqueren – und dort zur weiteren Gestaltung der gesellschaftlichen Bedingungen beitragen.




Die Frauen des Aufbruchs / Gemeinsam für Eurasien!


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