Über den innigen Wunsch, eine eigene Zeichentrickserie zu schöpfen




s gibt Tausende materielle wie nicht materielle Wünsche im Leben, die sich der Einzelne von uns gerne erfüllen möchte. Manch einer denkt an ein schnittiges und äußerst temporeiches Auto, das er sich in den Carport seines funkelnagelneuen Eigenheims stellen würde. Andere wiederum zieht es in die Ferne und auf eine Reise um die Welt. Kenner und Genießer auf allen Kontinenten widmen sich der Muse und der Kunst und streben nach manch heimlichen Vergnügen von betörender Erfahrung. Wer kennt ihn nicht, den sportlichen Ehrgeiz, der einen auf der Jagd nach Rekorden und Medaillen vorwärts treibt? Ist es nicht wunderbar, das Musizieren zu erlernen oder sich mit einer neuen Technologie auseinandersetzen zu können? Und was gibt es wohl noch Löblicheres als seinen Mitmenschen zu helfen, sich sozial/politisch/
ehrenamtlich zu engagieren und durch viele kleine, guten Taten, das Leben
Aller zu bereichern?

Darum für alle noch einmal – es gibt so viele Dinge, die man beherrschen, erreichen und sich zu eigen machen möchte. Die Gründe dafür kann und sollte jeder für sich selbst ausmachen, und muss darüber für gewöhnlich niemandem Rechenschaft ablegen.

Allerdings wäre es wirklich klasse zu erfahren, warum Menschen wie wir darauf versessen sind, aus der Legende von Al-Maree eine echte, zeitlose Zeichentrickserie zu schöpfen.

Wir selbst können nicht mit Vollkommenheit sagen, welche Einflüsse, Gegebenheiten und letztendlich auch Zufälle es veranlasst haben, das wir uns diesem kreativen Vorhaben mit großem Interesse widmen. Abgesehen von den alltäglichen Wundern und besonderen Momenten, erklärt zunächst einmal eine Tatsache unsere Neigung zu Zeichentrickserien aller Art: es war der intensive Fernsehgenuss zu Beginn der wilden 90er Jahre.


Bim Bam Bino und die Kinder aus dem Osten


Beobachter und Zeugen dieser Zeit vor mehr als 20 Jahren erinnern sich bestimmt daran: Mit der historischen „Wende 1989/90” nahm ein bisher ungewohntes Unterhaltungsangebot Einzug in die Haushalte der damals real existierenden DDR.

Zunächst möchten wir betonen, das es in unserer damaligen Heimat selbstverständlich ein Fernsehen und ein entsprechendes Prrogramm gegeben hat. Dieses hielt neben Spielfilmen und Soap Operas auch einige Zeichentricks parat, von denen Lolek & Bolek, Mikrobi oder Der kleine Maulwurf hier unbedingt zu erwähnen sind. Puppentrick-artige Animationen, auch die ganz famos, waren beim Sandmännchen oder der Fliegenden Windmühle zu bestaunen, und alles in allem hatten wir mit diesen und weiteren Titeln  rundum unterhaltsame Kindheitstage erlebt.

Jedenfalls, mit der politischen Wiedervereinigung von BRD und DDR, wurde das bis dato übersichtliche Unterhaltungsangebot des staatlichen Fernsehens abgelöst, ergänzt und ersetzt durch eine wahnsinnsgrelle Programmvielfalt, die vor allem von den nun erstmals empfangbaren privaten Film- und Fernsehanstalten kübelweise ausgeschüttet wurde. Zum ersten Mal hörten und sahen wir „Ossis” die teils unglaublichen Provokationen von Pro 7, RTL sowie Sat.1, und wurden selbst von den öffentlich-rechtlichen Kanälen nicht viel besser unterhalten. Aber was soll’s – jedem das Seine, das war das Motto damals, und wer darf einem schon vorschreiben wollen, was sich der Einzelne ansehen soll. Wir, die Macher von Al-Maree allerdings, hatten beinah schon die Glotze aus dem Fenster lanciert, wäre damals nicht Bim Bam Bino gesendet worden, eine Kindersendung; ausgestrahlt von Tele 5, die von der ulkigen Plüsch-Fernsehmaus namens Bino auf lustige Art und Weise moderiert worden ist. Diese nach unserem Ermessen einzigartige Kindersendung, die stets zu festen Zeiten ihr Programm ausstrahlte, hatte etwas Besonderes für die kleinen und großen Zuschauer zu bieten – und zwar sehenswerte und sicher auch bahnbrechende Zeichentrickserien der 80er Jahre aus überwiegend Japan und den USA.

Was es da nicht alles gegeben hat: Bravestarr, He-Man und Saber Rider. Keine Sendung wurde ausgelassen, weder die Familie Robinson noch Monster Max und Odysseus 31. Die Racoons, Cool McCool und die Defenders waren unsere Helden, neben den Galaxy Rangers, Marshall Bravestarr und der anmutigen Königin der Tausend Jahre. Wer mit diesen Serien groß geworden ist kann nachvollziehen, weshalb neben all den eben genannten Titeln auch die Schlümpfe und Flash Gordon zum kindlichen Gesprächsstoff auf allen Schulhöfen gehörte.

Tja, so war das damals, als wir unsere Kindheit 2 Jahre lang mit Bino und den animierten Stars bereichert wurde. Dies war eine wunderschöne Zeit, bis man Tele 5 an die Kandare wollte. Der Sender wurde abgewickelt, zersägt in seine Einzelteile und mit Stichtag des 31. Dezember 1992 zumindest vorübergehend vom Fernsehmarkt verdrängt. Der Nachfolger Kabel Eins hielt sich in der Gunst der Zuschauer zunächst noch ein paar Monate, bis die Verantwortlichen auch dessen „Kind-und-jung-gebliebenenen-Erwachsenen”-gerechtes Programm, das viele der alten Tele 5-Zeichentrickabenteuer zeigte, auf wohl obersten Befehl hin einstellen ließen. Vorbei war damit die Phase der „80th-Cartoons”, denn inzwischen befanden wir uns ja längst inmitten der turbulenten 90er und damit in einer neuen Ära des Zeichentricks.

Wieder einmal war es Aufgabe der überwiegend privaten Fernsehsender, ab 1993 die neuesten Cartoons auszustrahlen, welche abermals weitestgehend aus den USA einwanderten. Rasch möchten wir an dieser Stelle benennen, was uns damals Freude machte: Freakazoid, Die Simpsons, Ren & Stimpy, Animaniacs und Tiny Toon Adventures. Auch einige historisch angehauchte Serien weckten unser Interesse, wie die Gargoyles – Auf den Schwingen der Gerechtigkeit und Die Legende von Prinz Eisenherz. Parallel dazu wuchs deutschlandweit der Heißhunger auf „Asiatisches Kino” – die Animes und Mangas aus Japan wurden, inzwischen deutschlandweit, richtig populär. Mila Superstar, Lady Oscar, Dragonball, Monster Rancher, Kickers und natürlich Sailor Moon – ja, genau, wir haben uns einfach alles angeguckt, wie alle „Fernseh-Kieker” unserer Generation. Hin und wieder zappen wir aber auch heute, nach Abklingen der allgemeinen Sturm&Drang-Zeit durch das Programm und entdecken die Vorliebe an alten und neuen Klassikern. Cosmo & Wanda, Futurama und Avatar – Herr der Elemente – das sind Drei der für uns immer noch ziemlich angesagten Formate, selbst wenn diese mittlerweile ebenfalls schon wieder ein paar Jahre auf dem Buckel haben.


Die Macht der Phantasie


Das eigentlich Faszinierende an Zeichentrickserien sowie einer der Beweggründe für unser Vorhaben ist schlicht und einfach die Freiheit aller Möglichkeiten; die Freiheit, die eigene Vorstellungskraft zu entfalten, was vor allem beim Zeichentrickfilm fast ohne Grenzen möglich ist. Anders als beim realen Film muss man nichts erklären, nichts rechtfertigen, und keine allzu große Rücksicht auf die wahren Umstände von Alltag oder Gesellschaft nehmen. Hat auch die Hauptfigur eine schiefe Nase, einen Helm auf dem Kopf; den es so gar nicht gibt oder lebt und redet sie in einer völlig verkehrten Welt, die dem Zuschauer wie Blasphemie vorkommen mag – all das ist trotz aller Zweifel möglich. Denn es handelt sich dabei um Zeichentrick. In keinem anderen Produktionsformat lässt sich so leicht und rasch die Phantasie ausleben und bebildern wie in einer illustrierten, selbst vertonten und nach eigenem Belieben konstruierten Welt, die ohne kostenintensive „Prominente” und ihre Allüren, ohne Genehmigungen, Logistik, Physik, Wetter oder höhere Kosten zu realisieren ist. Manch einer mag der Meinung sein, all das sei albern; Zeichentrick und Zeichentrickserien wären nur etwas für Kinder, dann möchten wir entgegnen, das der Zeichentrick uns die Freiheit gewährt, auch als Erwachsene kreativ zu sein und unseren eigenen Ideen auszuleben – und das ist gut und RICHTIG so.

Nun ist es möglicherweise ein großer Unterschied, Zeichentrickserien nur zu sehen und Zeichentrickserien auch zu kreieren. Auf den ersten Blick scheint diese Annahme zuzutreffen, wobei das eine nicht ohne das andere auskommt. Wer weiß, wie sehr unser Anliegen wohl gediehen wäre, hätte es nicht das wundervolle Cartoonvergnügen gegeben, das uns, den Machern von Al-Maree, von den privaten und öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten in der Vergangenheit beschert worden ist.

Interessant ist nun die Frage, wie sie denn genau beschaffen sein soll, diese unsere Zeichentrickserie? Gibt es nicht schon mehr als 300/400/500 auf der ganzen Welt, ganz zu schweigen von den geschätzten über Hundertfünfzig, abendfüllenden Zeichentrickfilmen? Hat man bei all diesen Produktionen nicht schon alles gesehen, alles gehört und alles erlebt, und bekommt man manches nur wieder vorgekaut, x-mal wiederholt, und nur anders erzählt?

Aber ja doch! Natürlich wiederholt sich fast alles im Leben, und zwar tatsächlich zur Genüge! Allerdings reicht das Gesehene bei weitem noch nicht aus, denn der Zuschauer bekommt einfach nicht genug. Er-sie-du-er-wir wollen immer wieder etwas Neues sehen, und sei es hin und wieder in Teilen schon vertraut. Begeistert zu werden, auch wenn man vieles womöglich kennt, liegt nun mal in der Natur des Menschen, und ganz ehrlich – wir finden das einfach klasse! :D

Basierend auf unserer Leidenschaft für Comics, Illustrationen und Zeichentrickserien, die von dem unerschütterlichen Interesse unserer Mitmenschen an neuen, cartoonhaltigen Stories getragen wird, ist geschehen, was geschehen sollte. Wir haben uns damit zum Ziel gesetzt, eines nicht mehr allzu fernen Tages die Abenteuer von Elisabeth, Marah und Co. zu animieren und Die Legende von Al-Maree auf der Leinwand auszustrahlen. Die Geschichten der ersten, zweiten und dritten Odyssee, die es derzeit gedruckt in Heftform zu lesen gibt, werden also in einen Cartoon, in eine ordentliche Zeichentrickserie umgemünzt. Dies stellt nichts anderes als eine Herausforderung dar und ist – ganz nebenbei – unser allergrößter Wunsch.

Schauen wir doch mal, wie der wohl in Erfüllung geht.

 


 

" ... Also zogen sie los, in den Sturm der begann, und dies ist der Menschheit Odyssee - erzählt im größten aller Abenteuer, der Legende von Al-Maree!"

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